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DNV Direkt Das Magazin für Sicherheit, Qualität und nachhaltiges Business Nr. 1 | 2009 Sicherheit braucht Kultur Risikofaktor Mensch Interview mit Diplom-Psychologe Rainer Oberkötter Keine Chance für Killerviren DNV hilft biologische Risiken zu managen Kosten, Klima, Katastrophe? Vier Schritte zum systematischen Energiemanagement
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DNV Intro Nikolaus Kim Country Manager DNV Business Assurance Deutschland, Österreich und Schweiz s.06 s.14 Sicher duch die Krise Risikopotentiale nutzen Viele Unternehmen spüren derzeit ganz deutlich den Einfluss der Wirtschaftskrise. Budget- und Personalkürzungen stehen auf der Tagesordnung. Vor allem proaktives Vorgehen, Innovationen und Weitblick stellen sicher, dass Unternehmen weiterhin dauerhaft erfolgreich am Markt bleiben gestärkt aus der Krise hervorgehen. Die wirtschaftlich kritische Situation erfordert mehr als jemals zuvor, dass Risiken ganzheitlich betrachtet und gesteuert werden. Die eigenen Unternehmensrisiken im Blick haben, bedeutet auch, die Komplexität von Handlungsoptionen sinnvoll zu reduzieren und damit wertvolle strategische Entscheidungshilfen an die Hand zu bekommen. Dabei dürfen Unternehmen nicht vergessen, das Stakeholder stets mit kritischem Blick die Aktivitiäten von Unternehmen im Bereich Gesellschaftlicher Verantwortung und Umweltverhalten beobachten. Diese Werte haben über die Krisenzeiten hinweg Bestand. In unsicheren Zeiten suchen Märkte, Konsumenten und Stakeholder nach einer soliden Basis, die für Vertrauen und Zuversicht sorgt und diese nach außen hin sichtbar darstellt. DNV unterstützt Unternehmen dabei mit einzigartigen Ansätzen wie "Loss Control Management" und "Risk Based Certification", ihre Risiken ganzheitlich zu managen und gleichzeitig die Konsistenz, Transparenz und Effektivität bei ihrer kontinuierlichen Verbesserung sicherzustellen. Die aktuelle Ausgabe unseres "Magazins für Sicherheit, Qualität und nachhaltiges Business", wie wir es ab dieser Ausgabe gerne nennen möchten, gibt Ihnen einen Überblick über aktuelle Risikopotenziale und zeigt Ihnen auf, wie Ihr Unternehmen diesem optimistisch begegnen kann. Nutzen Sie proaktiv die Chancen, die Ihnen Risiken bieten, um sich weiter zu verbessern! s.20 DNV:Trends . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 04 DNV: Sicherheitskultur Sicherheit geht vor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 06 DNV: Sicherheit in der Praxis Ford Sicherheitskultur als Wettbewerbsvorteil . . . . . . . . 10 DNV: Interview Interview: Risikofaktor Mensch . . . . . . . . . . . . . . . 12 DNV: Biorisiken Keine Chance für Killerviren. . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 DNV: Sicherheit in der Praxis Katokichi Neues Vertrauen in Tiefkühlkost . . . . . . . . . . . . . . 18 DNV: Energiemanagement Kosten, Klima, Katastrophe? . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 DNV: Pandemieplanung Für den Notfall gerüstet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 DNV: Technik Schrei nach Sicherheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 DNV: Feierabend Odysseus und das Risiko . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 DNV:Termine Messen & Veranstaltungen auf einen Blick . . . . . 27 s.22 Ihr Nikolaus Kim
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Die Schweinegrippe trifft Europas Wirtschaft erheblich. Für den Notfall gerüstet | Seite 22
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DNV Trends Salzgitter-Tochter PTG setzt neue EEG-Norm um Die zum Salzgitter Konzern gehörende Peiner Träger GmbH (PTG) hat als eines der ersten deutschen Unternehmen ihr Energiemanagement nach den aktuellen Anforderungen der neuen Norm pr DIN EN 16001 aufgebaut. Damit sollen der Energieverbrauch und Sparmöglichkeiten zukünftig systematisch erfasst und Sparmöglichkeiten genutzt werden. Seit dem 1. Januar 2009 besteht das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), wonach energieintensive Unternehmen von einer Ausgleichsregelung profitieren können, wenn sie über ein zertifiziertes Energiemanagementsystem verfügen. "Bei PTG konnte das Energiemanagementsystem auf dem bestehenden integrierten Managementsystem aufgesetzt werden, da die DIN EN 16001 auf denselben Managementprinzipien beruht wie die bereits etablierte DIN EN ISO 9001", erläutert Olaf Hiebl, Experte für Energiemanagement bei DNV. "Damit ließ sich der Implementierungsaufwand erheblich reduzieren", so Hiebl weiter. Projektpartner der PTG ist DNV, die energieintensive Betriebe dabei unterstützt, die neuen Anforderungen des EEG zu erfüllen. nn DNV trotzt der Krise DNV lieferte 2008 ein starkes wirtschaftliches Ergebnis mit einer Umsatzsteigerung von 19,4 Prozent und einem Gewinn nach Steuern von NOK 583 Millionen. Zum Jahresende betrug der Eigenkapitalanteil 58%. Die Mitarbeiterzahl wuchs bereinigt um 1003 auf insgesamt 8694 Mitarbeiter. Trotz der Krise konnte DNV im vergangenen Jahr seine Position in allen Kernbereichen stärken. Mit Wachstum im Gesamtergebnis und einem Anstieg der Mitarbeiterzahl hat das Unternehmen eine solide Gewinnmarge aufrechterhalten. Dies sichert eine stabile wirtschaftliche Grundlage, um die Unabhängigkeit und Integrität im operativen Geschäft von DNV zu erhalten. Die Zertifizierung von Managementsystemen macht nahezu 14 Prozent des Gesamtergebnisses von DNV aus und macht DNV zu einer der drei weltweit wichtigsten Zertifizierungsinstitutionen. Zertifizierung in den Bereichen Qualität, Umwelt, Sicherheit, IT-Sicherheit, Lebensmittelsicherheit und Gesundheit prägen die Marke DNV. Zudem werden auch Corporate Responsibility (CR) Services verstärkt nachgefragt. nn Käufer wollen Qualität beim Essen Lebensmittel müssen frisch, gesund und umweltfreundlich verpackt sein. Auf diese drei Punkte achten Verbraucher am meisten. Das ergab eine repräsentative Studie des Hamburger Marktforschungsunternehmens Ipsos in 18 Staaten weltweit. Demnach treffen Konsumenten ihre Kaufentscheidungen immer häufiger nach den Kriterien Qualität, Wohlbefinden und Nachhaltigkeit. In Deutschland achtet fast jeder zweite Befragte vor allem auf die Frische. An zweiter Stelle steht der Wunsch nach umweltfreundlicheren Verpackungen (17 Prozent). Produkte mit einem zusätzlichen Nutzen für die Gesundheit will jeder zehnte Befragte. Aspekte wie ein verbesserter Geschmack, eine praktischere Verpackung oder die schnelle und einfachere Zubereitung haben dagegen einen geringeren Stellenwert. nn DNV Direkt 01|09 Vorläufiger Jahresbericht (MNOK) Umsatz Operativer Gewinn Finanzposten Steuer Jahresgewinn (Alle Angaben in Millionen NOK) 2008 9,545 1,180 -107 -490 583 2007 8,126 873 -1 -336 536 2006 7,297 794 31 -280 546
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4.000.000 Experten halten das für ambitioniert, aber möglich. Laut der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energien- Der SPD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, FrankWalter Steinmeier, versprach bei seinem Wahlkampfauftakt vier Millionen neue Jobs. Gut die Hälfte davon soll durch den Ausbau umweltfreundlicher Energien erreicht werden. DNV Ticker Aus der Branche +++ Die EN 16001, ein Standard für Energiemanagementsysteme (EMS), wurde am 1. Juli vom European Committee for Standardization (CEN) veröffentlicht. Der Standard stärkt die Rolle von Energiemanagern in Unternehmen. Eine internationale Version des Standards, der zurzeit europaweit gilt, wird momentan als ISO 50001 entwickelt. +++ Konjunktur +++ "Protektionistische Maßnahmen sind in der derzeitigen Wirtschaftskrise der falsche Weg", warnte Dr. Michael Bräuninger vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) im Rahmen eines Vortrags bei DNV in Hamburg. Während die deutsche Konjunktur mit einem Einbruch der Exporte zu kämpfen habe, würden sich die Schwellenländer zu Zugpferden der Konjunktur entwickeln, so der Hamburger Konjunkturforscher. +++ Aus Industrie & Handel +++ Unternehmen und Verbraucher zahlen in Deutschland zu viel Geld für Energie, weil sie zu träge sind, sich einen günstigeren Strom- oder Gasanbieter zu suchen. +++ Konsumenten wollen ein sozial und ökologisch verantwortliches Management und nehmen dafür nachweislich höhere Preise in Kauf. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie von Roland Berger Strategy Consultants in Zusammenarbeit mit GfK Panel Services. +++ Statistik (AGEE-Stat) des Bundesumweltministeriums waren in Deutschland Ende 2008 etwa 278.000 Menschen im Segment der erneuerbaren Energien beschäftigt. Jeden Tag kommen im Schnitt 80 neue Stellen hinzu. Bei diesem Tempo wäre das Ziel schon in rund 68 Jahren erreicht. DNV Fuel Fighter knackt Weltrekord Ein Liter Benzin reichte für 1.246 Kilometer. Mit diesem Spar-Rekord ließ der DNV Fuel Fighter beim diesjährigen Shell Ecomarathon die Konkurrenz weit hinter sich und stellte einen neuen Weltrekord auf. Die Aufgabe: Ein selbst entwickeltes Vehikel soll mit möglichst wenig Treibstoff die weiteste Strecke zurücklegen. Erlaubt sind alle Antriebskonzepte und Energiequellen. Einzige Bedingung: Das Fahrzeug muss straßentauglich sein. Zehn Studenten der norwegischen Universität Trondheim entwickelten und bauten den Fuel Fighter mit technischer und finanzieller Unterstützung von Det Norske Veritas (DNV). Der umweltfreundliche DNV Fuel Fighter wird mit Brennstoffzellen angetrieben und tankt ausschließlich Wasserstoff. Damit gewann das Fahrzeug außerdem den Preis für die niedrigsten CO2 -Emissionen in seiner Kategorie. Brennstoffzellen und Wasserstoff sind wichtige Themen der strategischen Forschungsaktivitäten von DNV. Der Fokus im Bereich Wasserstoff liegt dabei auf der sicheren Einführung von Wasserstoff als Energielieferant. "Als Ergebnis unserer Forschung im Pilotprojekt Fellow-SHIP konnte DNV als erste Klassifikationsgesellschaft Sicherheitsregeln für Brennstoffzellen auf Schiffen entwickeln", erläutert Jan Tellkamp, Projectmanager Research & Development DNV Hamburg. Zur Zeit wird im Rahmen des Projekts das erste Schiff mit einem Brennstoffzellen-Antrieb ausgerüstet. nn DNV Direkt 01|09
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DNV Sicherheitskultur
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Sicherheit geht vor In vielen Unternehmen ist Sicherheitskultur nicht mehr als ein Schlagwort. Dabei ist eine ausgeprägte Sicherheitskultur Voraussetzung für den Erfolg. Von Alexander Heintze Es war nur ein kleiner Funken. Doch der genügte. Vor zwei Jahren löste das Klingeln eines Handys bei einem Stahlbauunternehmen in Nördlingen eine Verpuffung aus. Das Klingeln hatte einen elektromagnetischen Impuls ausgelöst, der auf eine Nitroverdünnung übergriff, mit der zwei Arbeiter gerade beschäftigt waren. Beide mussten mit schweren Verbrennungen in eine Spezialklinik geflogen werden. Weniger Glück hatten zwei Arbeiter vor wenigen Wochen bei einer Spedition im nordrhein-westfälischen Hürth. Um einen Tankcontainer zu reparieren, stieg einer der Männer in den Kessel. Zuletzt war der Tank mit Methylmethacrylat gefüllt, das zur Klebstoffherstellung genutzt wird. Als der Mann das Bewusstsein verlor, kletterte ein Kollege in den Tank, um ihm zu helfen. Er wurde ebenfalls ohnmächtig. Jede Hilfe kam zu spät, die Männer starben wenig später. Warum die Arbeiter trotz anderslautender Arbeitsanweisungen und Sicherheitsbestimmungen in den Kessel stiegen, ist bis heute ein Rätsel. Klar ist nur, sie haben die Sicherheitsvorschriften missachtet. An den Sicherheitsvorschriften lag es in beiden Fällen nicht, dass es zu den tragischen Unfällen kam. Eher an einer fehlenden Sicherheitskultur in den Unternehmen. 971.620 Menschen sind nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung im vergangenen Jahr bei Arbeitsunfällen verletzt worden. 572 Menschen kamen bei der Arbeit ums Leben. Die erfreuliche Nachricht: Beide Zahlen bedeuten einen neuen Tiefpunkt in der Statistik. Zwar hat sich die absolute Zahl der Arbeitsunfälle in Deutschland im vergangenen Jahr erhöht, doch das ist vor allem eine Folge DNV Direkt 01|09 der deutlich gestiegenen Beschäftigung. Umgerechnet auf die Zahl der geleisteten Stunden ist die Arbeit in den letzten Jahren deutlich sicherer geworden. Vor 20 Jahren gab es noch rund 32 Unfälle pro einer Million Arbeitsstunden. 2007 waren es nur noch knapp 17. Abgesehen vom Schmerz, der Aufregung und dem Ärger bei den Betroffenen sorgt ein Unfall auch beim Arbeitgeber für hohe und unnötige Kosten. Mit 15.000 bis 20.000 Euro schlägt jeder Arbeitsunfall durchschnittlich zu Buche. Die finanziellen Folgen unterschätzen viele Unternehmen, weiß Dr. Rainer von Hagen von DNV. Die direkten Kosten für die Beseitigung von Schäden, die medizinische Versorgung und die Lohnfortzahlung sind noch erkennbar. Für sie kommen meist die Versicherungen auf, sodass sie nicht im Ergebnis sichtbar sind. Sie machen aber den geringsten Teil aus. Deutlich schwerer wiegen die unversicherten Kosten wie die Unterbrechung der Betriebsabläufe oder Umsatzrückgänge infolge eines Imageschadens. Gerade Letzter gewinnt angesichts der Umweltdiskussion immer mehr an Bedeutung. Von Hagen rechnet vor: Bei einer Umsatzrendite von fünf Prozent muss ein Unternehmen rund 200.000 Euro Mehrumsatz machen, um einen Schaden von 10.000 Euro auszugleichen. Beträgt der Schaden 50.000 Euro, so sind für den Ausgleich der finanziellen Folgen schon 1.000.000 Euro mehr Umsatz notwendig. Volkswirtschaftlich haben diese Zahlen enorme Bedeutung. Etwa 1,2 Millionen Erwerbsjahre fielen 2007 durch Arbeitsunfähigkeit aus, schätzt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Umgerechnet auf die Lohnkosten entstand ein Produktionsausfall von etwa 40 Milliarden Euro. Den volkswirtschaft- lichen Schaden schätzt die BAuA auf rund 73 Milliarden Euro. Sachschäden sind in dieser Rechnung noch gar nicht berücksichtigt. Bei großen Unfällen in Chemieanlagen, Raffinerien oder Kraftwerken kommen Umwelt- und Imageschäden hinzu, die kaum zu beziffern sind. Mit ISRS zur Sicherheitskultur Um die Gefahren von Unfällen zu minimieren, hat DNV das Rating-Werkzeug "isrs Process Safety Management" entwickelt. Mit diesem Tool lässt sich die Anlagensicherheit insbesondere in Industrien mit hohem Gefahrenpotenzial analysieren, bewerten und verbessern. Basis ist die Philosophie des Loss Control Management. Dabei werden alle Abläufe in einem Unternehmen im Hinblick auf Sicherheitsrisiken analysiert und anschließend kontinuierlich so optimiert, dass Unfälle systematisch vermieden werden. Ziel ist es, Risiken zu beherrschen und Verluste zu vermeiden. Dabei beschränkt sich ISRS nicht nur auf die Themenbereiche Arbeits- und Gesundheitsschutz, Umweltschutz und Qualität. Schwerpunkte können bei Bedarf auch auf die Themen Anlagensicherheit, Werkschutz, Datensicherheit und soziale Verantwortung gelegt werden. Die Forderungen der einschlägigen Normen ISO 9001 : 2000 und ISO 14001 sowie der Spezifikationen OHSAS 18001, PAS 55 und Global Reporting Initiative 2004 sind hinterlegt, sodass auch die Bewertung integrierter Managementsysteme möglich ist.
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DNV Sicherheitskultur Mehr Infos: www.dnv.de/services/assessment/isrs Beispiel Vattenfall: Nach den Pannen in den Atommeilern in Schweden und Krümmel rollten zwar werbewirksam Köpfe, die schwedische Atomaufsicht und auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel monierten bei den jüngsten Ereignissen aber erhebliche Defizite in der Sicherheitskultur des Betreibers. Beispiel Air France: "Spiegel Online" zitierte jüngst aus einem Papier der Air France, nach dem es in der Sicherheitskultur des Unternehmens erhebliche Mängel gibt. Bei einem Absturz einer Air-France-Maschine am Pfingstmontag vor Brasilien waren alle 228 Insassen ums Leben gekommen. Die Untersuchungen der Unfälle zeigen immer wieder, dass Managementsysteme, die auf die Beherrschung von Arbeitssicherheitsrisiken fokussiert sind, für die Bewältigung von so großen Gefahren nicht ausreichen. Um solche Tragödien und die daraus für die Unternehmen entstehenden Belastungen zu vermeiden, ist ein systematisches Sicherheitsmanagement unerlässlich. "Erfolgreiche Unternehmen bemühen sich aktiv, Arbeitsunfälle sowie Sach- und Umweltschäden zu vermeiden. Sie haben in der Regel erkannt, dass eine ausgeprägte Sicherheitskultur Voraussetzung für Spitzenleistungen ihrer Mitarbeiter ist", betont Rainer von Hagen. Den Begriff der Sicherheitskultur prägte die International Nuclear Safety Advisory Group (INSAG). Die Organisation veröffentlichte ihre Untersuchung zur Explosion im Atomkraftwerk Tschernobyl 1986 unter dem Titel "Safety Culture". Darin definierte die INSAG Sicherheitskultur als Zusammenspiel von Eigenschaften und Einstellungen in Organisationen und von einzelnen Menschen in Hinblick auf die Sicherheit. Sicherheitskultur zielt damit nicht nur auf die persönliche Ebene des einzelnen Mitarbeiters, sondern auch auf die organisatorischen Rahmenbedingungen. Die beliebte Ausrede, einen Unfall oder eine Tragödie auf "menschliches Versagen" zu reduzieren, greift damit zu kurz. Ergänzend muss immer noch ein "organisatorisches Versagen" hinzugefügt werden. Doch den systematischen Aufbau einer Sicherheitskultur betreiben die wenigsten Firmen. Meist ist Sicherheit ein Zufallsprodukt. Das bemängelte auch die INSAG. Was kann ISRS? gibt Auskunft über die Leistungsfähigkeit der Geschäftsprozesse (stakeholders), integriert Gesundheits-, Sicherheits-, Umwelt- und Geschäftsprozesse, ermöglicht die beschränkte Auswahl auf das Gesundheits- und Sicherheitsmanagementsystem, erlaubt eine kundenspezifische Anpassung, beinhaltet Messungen über den Arbeitsertrag, ermöglicht, dass die soziale Verantwortung in die Bewertung einfließt, ist kompatibel mit der EFQM-Methodik (European Federation of Quality Management) und schließt folgende Elemente ein: Führung, Risikobewertung, Kontraktorenmanagement, Anlagenverwaltung (Asset Management), Sicherheit, Verhaltensmanagement (behaviour management), Personalentwicklung (human resources) Demnach müsse die Sicherheitskultur Bestandteil der Unternehmenspolitik sein und vom Management und den Mitarbeitern gelebt werden, um erfolgreich zu sein. Auf der Ebene der Unternehmenspolitik bedeutet das, dass die Sicherheitskultur Bestandteil der gesamten Unternehmenskultur sein muss. Doch viele Firmen betrachten Sicherheit nicht als ein eigenständiges Unternehmensziel. Einen eigenen Sicherheitsmanager (Chief Security Officer) sucht man meist vergeblich. Zweitens ist das Management gefordert. Die jeweiligen Führungskräfte sind für die Umsetzung und die Einhaltung der Sicherheitspolitik verantwortlich. "Wir haben in den meisten Firmen nicht das Problem, dass Vorschriften und Schutzausrüstungen nicht vorhanden sind", weiß Psychologe Rainer Oberkötter. Vielmehr sei das Verhalten der Mitarbeiter und das bewusste oder unbewusste Wegschauen der Führungskräfte die Ursache für viele Unfälle. "Die Führungskräfte müssen mit in die Pflicht genommen werden", fordert der Sicherheitsexperte. Hilfreich ist es, das Thema Sicherheit in die Zielvereinbarungen aufzunehmen und die Zielerreichung entsprechend zu belohnen oder zu sanktionieren. Von der Schweizer Chemiefirma DuPont wird berichtet, dass nach einer verheerenden Explosion im Jahre 1818, bei der 40 Menschen starben, die Manager mit ihren Familien auf das Firmengelände ziehen mussten. Sicherheit wurde damit zu einem existenziellen Anliegen für die Führungskräfte. Letztlich aber muss die Sicherheitskultur Einzug in die Köpfe der Mitarbeiter halten. In den meisten Unternehmen kommt die Sicherheitskultur in erster Linie durch die Anzahl der Vorschriften und Verhaltensregeln zum Ausdruck. Andere verweisen auf ihre hohen technischen Sicherheitsstandards, die selbstverständlich "über DNV Direkt 01|09 ISRS beinhaltet folgende Anforderungen: ISO 9001:2000 Qualitätsmanagement ISO 14001:2004 Umweltmanagement OHSAS 18001:19999 Gesundheitsund Sicherheitsmanagement PAS 55:2004 Asset Management Global Reporting Initiative 2002 Corporate Social Responsibility
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das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinausgehen". Doch das alleine reicht nicht. Technische Mängel sind nur für rund 20 Prozent aller Unfälle und Schäden verantwortlich. Bei den restlichen 80 Prozent versagt der Faktor Mensch oder die ihn umgebende Organisation. Der laxe Umgang mit Vorschriften und das fehlende Bewusstsein für Risiken liegt in der Natur des Menschen. "Generell unterschätzen wir Risiken im Alltag und überschätzen Risiken, mit denen wir selten konfrontiert werden", erklärt Oberkötter. Ein weiteres Problem: Wie beim Rauchen wissen die meisten Mitarbeiter, dass ihr Verhalten nicht korrekt, sogar schädlich ist. Trotzdem wird weitergemacht. Immer nach dem Motto: Es wird schon nichts passieren. Mit bloßer Aufklärung oder Verboten ist dem wie beim Rauchen nicht beizukommen. Oberkötter rät, die Motivation der Mitarbeiter zu stärken. Dazu müssten sie den Wert der eigenen Gesundheit und der ihrer Kollegen erkennen. Das könne über Sicherheitstrainings und über die Schilderung von konkreten Unfällen geschehen. Betroffenheit ist dabei ein guter Lehrmeister. "In Unternehmen mit einer hohen Sicherheitskultur werden Sie immer wieder sehen, dass Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung ihre Kollegen auf falsches Verhalten hinweisen", sagt Oberkötter. Das hätte auch die Unfälle von Nördlingen und Hürth verhindern können. nn DNV Direkt 01|09 Wo passiert am meisten? Im Handel und in der Verwaltung passieren zahlenmäßig zwar die meisten Arbeitsunfälle (ohne Wegeunfälle). Umgerechnet auf 1.000 Arbeiter sind aber die Bau- und Holzbranche am gefährlichsten. Meldepflichtige Arbeitsunfälle nach Wirtschaftszweigen (2007) Absolut 122.231 27.835 90.019 155.957 11.275 61.121 14.705 9.071 3.616 107.682 1.325 253.087 36.164 13.211 52.415 Je 1.000 Vollarbeiter 66,60 64,48 46,36 44,34 40,15 39,88 25,02 22,96 22,68 21,32 18,77 18,71 18,61 14,86 14,46 Bau Holz Nahrungs- und Genussmittel Metall Steine und Erden Verkehr Papier und Druck Textil und Leder Gas, Fernwärme und Wasser Öffentliche Hand Bergbau Handel und Verwaltung Feinmechanik und Elektrotechnik Chemie Gesundheitsdienst Quelle: Gesetzliche Unfallversicherung
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DNV Praxis Ford Sicherheitskultur als Wettbewerbsvorteil Systematisches Sicherheitsmanagement senkt das Unfallrisiko und steigert die Wettbewerbsfähigkeit. Davon profitiert der Autohersteller Ford. Von Dr. Rainer von Hagen Die Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung fördert Erschreckendes zutage: Eine Million Arbeitsunfälle gab es im Jahr 2007. Ein jeder mit mehr oder weniger schlimmen persönlichen und finanziellen Folgen. Unfälle kosten der Volkswirtschaft jedes Jahr zwischen 15 und 20 Milliarden Euro als Folge von Unachtsamkeit, mangelndem Wissen und/oder fehlender Ausrüstung am Arbeitsplatz. Doch die Zahlen relativieren sich schnell, wenn man in die Vergangenheit schaut. "Die Zahl der Arbeitsunfälle hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als halbiert", sagt Dr. Rainer von Hagen, Prokurist der unabhängigen Stiftung Det Norske Veritas (DNV). Das ist ein Resultat einer stetig besser werdenden Sicherheitskultur am Arbeitsplatz. Zu verdanken ist das auch den Sicherheitsmanagementsystemen, die immer häufiger in Unternehmen zum Einsatz kommen. Ein solches haben die Ford-Wer- ke Köln im Jahr 1994 eingeführt. Gestützt auf das Loss Control Management System von DNV wurden die Methoden von DNV modifiziert und auf die Bedürfnisse des Unternehmens abgestimmt. Mit positiven Folgen: 2001 gab es noch 1,9 Unfälle pro zwei Millionen geleisteter Arbeitsstunden, im Jahr 2007 waren es bei der gleichen Anzahl an Arbeitsstunden nur noch 0,5 Unfälle. "Prävention steht bei uns an erster Stelle", sagt Manfred Kalmes, seit 1987 Sicherheitskoordinator bei den Kölner Ford-Werken und seit 2001 Koordinator Safety & Ergonomics Process für Ford in Europa. Mithilfe der sogenannten SHARP-Strategie (Safety Health Assessment Review Process) konnten ständige Verbesserungen erreicht werden. Dabei spielt die Gefährdungsanalyse natürlich eine zentrale Rolle. Sie wird nicht nur für Standardtätigkeiten in der Produktion und anderen Bereichen erstellt, sondern reicht bis zur Identifikation von spezifischen Gefährdungen bei ungeplanten Instandhaltungstätigkeiten. Die Vermeidung von Unfällen und den daraus folgenden Arbeitsausfällen laut Berufsgenossenschaft kostet jeder ausgefallene Arbeitstag plus ärztlicher Behandlung etwa 500 bis 1.000 Euro ist auch aus Wettbewerbsgründen überaus wichtig. Organisationen und Unternehmen legen immer mehr Wert auf hohe Standards in Sachen Arbeitssicherheit. Flottenkunden wie die Polizei oder die Feuerwehr erkundigen sich mittlerweile nach Sicherheitskonzepten. Wie weit Ford in Sachen Arbeitssicherheit fortgeschritten ist, zeigt die Tatsache, dass das Thema "Safety" bei jeder Besprechung an erster Stelle der Tagesordnung steht. Im vergangenen Jahr führte Ford eine europaweite Kampagne zum Thema Sicherheitskultur durch. Teil dieser Kampagne waren Plakataktionen an den verschiedenen Standorten. Außerdem wurde der Belegschaft ein eigens gedrehter Film "Ich habe weggesehen" (im Original: "I chose to look the other way") vorgeführt. Darin geht es um einen tödlichen Arbeitsunfall, der mithilfe abschreckender Bilder detailliert beschrieben wird. Die Arbeiter hatten nach der Vorführung Gelegenheit, mit ihren Vorgesetzten die Inhalte des Films zu besprechen. "Der Film sollte die Mitarbeiter darauf aufmerksam machen, was sie selbst für andere tun können, um Unfälle zu vermeiden", so Kalmes. In der Umsetzung des ArbeitsschutzManagements gibt es bundesweit dennoch große Unterschiede, obwohl Unternehmen gesetzlich dazu verpflichtet sind, die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten. "Zahlreiche Unternehmen betrachten Arbeitsschutz wegen der mit ihm verbundenen Bürokratie als Kostenfaktor", sagt Gerd Albracht, Arbeitsschutzexperte der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Dabei gilt es mittlerweile als erwiesen, dass systematischer Arbeitsschutz die Produktivität in der Fertigung, die Qualität der Produkte und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit steigert. Eine Studie der ILO aus dem Jahr 2007 hat nachgewiesen, DNV Direkt 01|09 ISRS 7 beinhaltet folgende Anforderungen: ISO 9001:2000 Qualitätsmanagement ISO 14001:2004 Umweltmanagement OHSAS 18001:19999 Gesundheits- und Sicherheitsmanagement PAS 55:2004 Asset Management Global Reporting Initiative 2002 Corporate Social Responsibility Broschüren zum Download finden Sie unter: www.dnv.de/services/assessment/ isrs/benefits/
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dass verbesserter Arbeitsschutz die Fehlzeiten senkt und die Unternehmen so eine Menge Geld sparen. Seit mehr als drei Jahrzehnten beschäftigt sich DNV intensiv mit dem Thema Arbeitssicherheit. Die von dem Unternehmen entwickelten Sicherheitsstandards und Tools tragen seitdem dazu bei, dass die Risiken gesenkt werden und Arbeitsunfälle sowie Sachschäden in den vergangenen Jahren permanent rückläufig sind. "Erfolgreiche Unternehmen bemühen sich aktiv, allem zur Bewertung, zur Verbesserung und zum Nachweis der Leistungsfähigkeit von Unternehmen", sagt Rainer von Hagen. Risiken sollen früh erkannt und minimiert werden. "Wir wollen verhindern, dass Schäden überhaupt erst entstehen." Auch internationale Standards helfen bei der Prävention: Dazu gehört unter anderem das Zertifikat für Fremdfirmen (Kontraktoren) SCC (Safety Certificate Contractors). SCC betrifft grundsätzlich jedes Unternehmen, das auf dem Gelände eines Das Unternehmen: Henry Ford machte das Auto für jedermann erschwinglich. Er produzierte als Erster Autos am Fließband und begründete somit die Massenproduktion. 1903 gründete er die Ford Motor Company; bereits 1925 wurde die Ford-Werke AG in Berlin gegründet. Seitdem werden Ford-Fahrzeuge auch in Deutschland gefertigt. Seit 1930 ist KölnNiehl der Stammsitz und seit 1998 auch der Sitz der Ford-of-Europe-Verwaltung, die von hier aus 51 Märkte betreut. Das FiestaWerk in Köln gilt als europäisches Spitzenwerk für effiziente Fertigung mit 4.100 der insgesamt 17.300 Kölner Ford-Mitarbeiter. Neben der Ford-Fiesta- und Ford-FusionFertigung ist in Köln-Niehl auch die Motoren-, Getriebe- sowie die Schmiede- und Gussteile-Produktion zu Hause. Zahlreiche Unternehmen betrachten Arbeitsschutz wegen der mit ihm verbundenen Bürokratie als Kostenfaktor Gerd Albracht, Arbeitsschutzexperte der Internationalen Arbeitsorganisation Arbeitsunfälle sowie Sach- und Umweltschäden zu vermeiden", so DNV-Mann von Hagen. Eine effektive Sicherheitskultur sei Voraussetzung für Spitzenleistungen der jeweiligen Mitarbeiter. Im Zentrum einer guten Sicherheitskultur steht das Loss Control Management, mit dessen Hilfe Risiken und Gefahren präventiv erkannt und vermieden werden sollen. Eine wichtige Methode des Loss Control Managements ist das Ratingtool ISRS (International Sustainability Rating Systems). Die erste Version von ISRS entwickelte DNV bereits im Jahr 1976; seitdem wurde es permanent modifiziert. "ISRS dient vor DNV Direkt 01|09 mineralölverarbeitenden Betriebes oder der chemischen Industrie tätig ist. Dazu gehören Baufirmen, Wartungs-, Installationsfirmen sowie Transport- und Entsorgungsunternehmen. Gerade in diesen sehr sensiblen Branchen kommt es darauf an, Risiken zu minimieren und dem Auftraggeber ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten. Das SCC-Zertifikat belegt, dass Arbeiten mit hohem Risikopotenzial von einem kompetenten Unternehmen mit umfassendem Sicherheitsmanagement und somit mit einem hohen Maß an Sicherheit ausgeführt werden können. "Unser Ziel ist es, das Zertifikat auch auf andere Industriezweige auszuweiten", hofft von Hagen. Bei dem Sicherheitsstandard OHSAS 18001 (Occupational Health- and Safety Assessment Series) ist das bereits geschehen. OHSAS ist die Zertifizierungsgrundlage für Managementsysteme zum Arbeitsschutz. Unternehmen werden nach dem Standard zertifiziert, wenn sie unter anderem Arbeitsschutzmaßnahmen umsetzen und kontinuierlich verbessern. "Wir werden auch in Zukunft daran arbeiten, die Sicherheitskultur systematisch zu verbessern", verspricht Rainer von Hagen. Unternehmen und Mitarbeiter können davon nur profitieren. nn 11
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DNV Interview Risikofaktor Mensch Technische und organisatorische Verbesserungen haben in den letzten Jahrzehnten die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz optimiert. Jetzt konzentrieren sich die Unternehmen mehr auf die Menschen. Die Fragen an Diplom-Psychologe Rainer Oberkötter stellte Alexander Heintze Welche Rolle spielt das Sicherheitsrisiko Mensch im Unternehmen? Eine optimale Sicherheit lässt sich nicht alleine durch hervorragende technische und organisatorische Rahmenbedingungen gewährleisten. Der Mitarbeiter kann zwar technische und organisatorische Mängel ausgleichen, zum Beispiel indem er besonders vorsichtig ist. Umgekehrt kann aber das sicherheitswidrige Verhal12 ten von Menschen nicht so einfach durch technische oder organisatorische Maßnahmen kompensiert werden. Um diesen Sicherheitsfaktor Mensch in den Griff zu bekommen, setzen viele Firmen auf Vorschriften, Kontrolle und Sanktionen. Kann das der richtige Weg sein, um dauerhaft eine Sicherheitskultur zu etablieren? Sicherlich nicht alleine. Vorschriften und Kontrolle sind eine Grundvoraussetzung für sicheres Arbeiten. Hier geht es aber in erster Linie um die Umsetzung der Arbeitsschutzvorschriften. Ohne eine motivierende und wertschätzende Umgangsweise mit dem Mitarbeiter geht es allerdings nicht. Sie ist der zentrale Punkt einer langfristig funktionierenden und nachhaltigen Sicherheitsarbeit. DNV Direkt 01|09
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Diese sogenannte verhaltensorientierte Sicherheitsarbeit ist der aktuelle Trend im Sicherheitsmanagement. Was genau versteht man darunter? Dahinter steht, dass Sicherheit erst dann erreicht ist, wenn Technik, Organisation und Personal funktionieren. Das heißt, auch die Mitarbeiter müssen ein entsprechendes Sicherheitsverhalten zeigen. Hier gibt es sehr viele Möglichkeiten, anzusetzen. Deshalb erleben wir einen Trend hin zur sogenannten verhaltensorientierten Sicherheitsarbeit. Sie soll Sicherheitsverhalten fördern, indem die Eigenverantwortung der Mitarbeiter gestärkt wird. Eigenverantwortung schön und gut. Sicherheitsvorschriften werden aber nicht immer ernst genommen. Woran liegt das? Mögliche Gründe dafür sind Zeitmangel und schlicht Gewohnheiten der Mitarbeiter. Aber auch die Art und Häufigkeit, wie Tätigkeiten ausgeführt werden, können vorschriftswidriges Verhalten nach sich ziehen. Zum Beispiel bei außerordentlichen Wartungsarbeiten, die nur sehr selten vorgenommen werden, oder bei monotonen Tätigkeiten, die regelmäßig ausgeführt werden. Solche Tätigkeiten bergen die Gefahr der Unter- beziehungsweise Überschätzung von Risiken. Die meisten Verhaltensweisen sind über Jahre eingeschliffen. Wie bekommt man das "Wir haben das immer so gemacht und es ist gut gegangen" aus den Köpfen heraus? Nur mit Geduld und Spucke. Mit anderen Worten: Erforderlich sind eine langfristige Gesamtstrategie und innovative Methoden, die die Risikokompetenz also den Umgang der Mitarbeiter mit dem Verletzungsund Gesundheitsrisiko stärken, anstatt beispielsweise zum dritten Mal mit einem Plakat oder einer Rundmail auf einen Missstand hinzuweisen oder zu reagieren. Dennoch besteht die Gefahr, dass sich Parallelkulturen entwickeln: Dann gibt es Unterschiede zwischen dem, was man tun sollte, und dem, was in der Praxis tatsächlich getan wird. Diese Unterschiede wird es immer geben, aber es geht ja gerade darum, Anspruch und Wirklichkeit in einem funktionierenden Maß miteinander zu verbinden. DNV Direkt 01|09 Jeder Mitarbeiter im Unternehmen hat seine eigene Sicherheits-Subkultur, die durch seine persönliche Risikowahrnehmung und -bereitschaft determiniert wird. Diese mitarbeiterimmanente Sicherheits-Subkultur muss mit der Sicherheitskultur des Unternehmens in Einklang gebracht werden. Wie baut man eine solche Sicherheitskultur auf, so dass sie von den Mitarbeitern auch angenommen wird? Die Unternehmensleitung muss eine Kultur der Sicherheit auch "wollen und leben". Dies ist die Voraussetzung dafür, dass sich alle Führungskräfte im Sinne einer unternehmensinternen Sicherheitskultur verhalten. Der zentrale Aspekt für die Akzeptanz der Mitarbeiter ist die Mitarbeiterbeteiligung. Bedeutet der Aufbau einer solchen Sicherheitskultur nicht auch, dass das Management mehr Vertrauen in die Mitarbeiter haben muss? Damit haben viele Führungskräfte erfahrungsgemäß Probleme. Ja, das Management muss Vertrauen zu den Mitarbeitern entwickeln. Unternehmensleitung und Führungskräfte sollten diesen Versuch unbedingt wagen. Die Lösung kann auch hier in einer langfristig entwickelten Sicherheitskultur mit stark partizipativen Ansätzen liegen. Bausteine für den Aufbau einer Sicherheitskultur sind neben dem "moderierten Sicherheitscheck" auch der "Sicherheitsdialog", also das Gespräch der Führungskraft mit ihren Mitarbeitern, und der "Risikoworkshop", bei dem die Mitarbeiter die zentralen Verletzungs- und Gesundheitsrisiken an ihrem Arbeitsplatz unter der methodischen Leitung eines Moderators erarbeiten und priorisieren. Zu großes Sicherheitsdenken gilt als innovationsfeindlich, da sich neue Ideen oft nur umsetzen lassen, wenn man ein Risiko eingeht. Lässt sich das Dilemma überhaupt lösen? Sicherheitsrisiken bei der Arbeit sind abzugrenzen von anderen Risiken, wie Entscheidungsrisiken. So gefährden Risiken auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit nachweislich die Mitarbeiter, führen aber nicht nachweislich zu Innovation. Sicherheitsdenken am Arbeitsplatz muss deutlich von unternehmerischem Sicherheitsden- Der Moderierte Sicherheitscheck Eine Möglichkeit der verhaltensorientierten Sicherheitsarbeit ist der "Moderierte Sicherheitscheck", bei dem es unter der aktiven Beteiligung der Mitarbeiter vor Ort um die Identifikation von Gefährdungen geht. So werden die Betroffenen zu motivierten Beteiligten. Der Moderierte Sicherheitscheck ist eine durch Leitfragen strukturierte Begehung der Arbeitsbereiche bzw. Diskussion von Risiken in konkreten Arbeitssituationen (in den Workshops) mit den Mitarbeitern. Dabei werden Gefährdungen, ihre Bewertung als Risiko sowie typisches Fehlverhalten diskutiert und dokumentiert. ken abgegrenzt werden. Nehmen wir die Banken. Oft sind der wirtschaftliche Druck und die Vorgaben "von oben" so groß, dass die Angestellten Risiken eingehen müssen, um diese zu erfüllen. Also muss sich in vielen Firmen auch organisatorisch etwas ändern? Der organisatorische Rahmen ist sicherlich ein wichtiger Aspekt. Auch ein noch so sicherheitsbewusster Mitarbeiter wird Sicherheitsrisiken eingehen, wenn es organisatorisch gefordert wird. In dem von Ihnen genannten Beispiel der Banken gehen die Mitarbeiter aber eine andere Art von Risiko ein ein Entscheidungsrisiko. Hier braucht es Entscheidungshilfen oder auch Entscheidungshilfesysteme, die die Mitarbeiter bei Entscheidungen unter Unsicherheit oder Druck darin unterstützen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. nn Rainer Oberkötter ist Diplom-Psychologe. Er referiert bei Seminaren von DNV zum Schwerpunkt Personalund Organisationsentwicklung.
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DNV Biorisiken
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INFO Jedes Jahr sterben weltweit rund 320.000 Arbeitnehmer an übertragbaren Krankheiten, davon allein 5.000 in der EU. Quelle: OSHA (www.osha.europa.eu/de) Keine Chance für Killerviren Biologische Risiken werden immer mehr zum brisanten Thema. DNV hilft, diese Risiken zu managen. Von Stuart Brewer und Alexander Heintze Stammt der Schweinegrippe-Virus aus einem Forschungslabor? Der australische Virologe Adrian Gibbs äußerte Mitte Mai den Verdacht, der Virus hätte in einer Forschungseinrichtung gezüchtet und dann in Freiheit gelangt sein können. Beweise dafür gibt es nicht; vorgekommen ist das in der Vergangenheit durchaus. 2007 entwich in Großbritannien der Erreger der Maul- und Klauenseuche aus einem staatlichen Institut. Mängel in dem Forschungslabor waren dafür und für den anschließenden Ausbruch der Seuche auf der Insel verantwortlich. Ein paar Jahre zuvor hatte sich ein Wissenschaftler aus Singapur in einem Institut mit der Lungenkrankheit SARS infiziert. Er hatte mit dem Virus experimentiert, konnte aber rechtzeitig aufgespürt und isoliert werden. Solche Fälle werfen regelmäßig die Frage auf, wie sicher Viren und gefährliche Bakterien wie der Milzbranderreger in den biologischen Hochsicherheits-Laboren sind. Dr. Stephen McAdam, Leiter des BiorisikoProgramms bei DNV Research and Innovation, weiß, dass das Forschen an Organismen für Mensch und Tier gefährlich ist. DNV Direkt 01|09 Umso wichtiger ist es, die Beschäftigten, die Kontakt zu bedrohlichen Organismen oder Materialien haben, zu schützen und zu verhindern, dass die Stoffe in die Umwelt gelangen. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen bleibt ein Restrisiko. "Diese Fälle sind häufig auf ein Versagen im Sicherheits-Managementsystem zurückzuführen und nicht auf Mängel in der Einrichtung oder bei den eingesetzten Arbeitsmitteln", sagt McAdam. Entscheidend ist, wie mit der Biosicherheit und dem Bioschutz in den Laboren umgegangen wird. Beide Begriffe werden häufig als Biorisiko zusammengefasst. Die Biosicherheit soll in erster Linie verhindern, dass Menschen zu Schaden kommen. Der Bioschutz verhindert das unerlaubte Entfernen von Material aus den Einrichtungen. "Wir haben festgestellt, dass viel Wert auf die sichere Gestaltung und Konstruktion der Anlagen gelegt wird. Dagegen kann es vorkommen, dass die Frage, wie die Einrichtung geführt wird und welche Kompetenz die Beschäftigten in Bezug auf Biosicherheit und Bioschutz haben, weniger beachtet wird", sieht McAdam die Schwachstelle. Das liege zum Teil daran, dass es schwierig sei, erfahrenes Personal zu finden, aber auch an fehlenden Rah- menbedingungen für Biorisiko-Managementsysteme. Um Biorisiken effektiv zu handhaben, seien gemeinsame Systeme nötig. "Diese Probleme gibt es in Europa und Nordamerika in Schwellenländern können sie jedoch schwerwiegend sein", so McAdam. Schließlich verlagern immer mehr Organisationen ihre Forschungsarbeiten und Produktionsprogramme in Schwellenländer. Das Hauptproblem: Es fehlt immer noch an einem internationalen Standard für die Arbeitsweise in Sicherheitslaboren. Darum initiierte DNV im Jahr 2005 ein internationales Projekt, um gemeinsam mit den europäischen und amerikanischen Seuchenbehörden sowie der WHO den Laboratory Biorisk Management Standard (CWA 15793:2008) zu entwickeln. Der Standard, der als Referenzdokument Ende 2008 veröffentlicht wurde, soll Anforderungen zur Steuerung von Risiken Kontakt Ihr Ansprechpartner bei DNV: Stephen.McAdam@dnv.com
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DNV Biorisiken definieren, die in Laboren und Anlagen auftreten können. Das umfasst vor allem die Bearbeitung, Lagerung oder Entsorgung biologisch wirkender Substanzen (Agenzien) und giftiger Stoffe (Toxine). Organisationen müssen nachweisen, dass sie geprüfte Vorgehensweisen zur Risikoreduzierung eingeführt haben und diese umsetzen. Der Standard ergänzt damit die derzeitigen Richtlinien der WHO und erweitert bestehende nationale Regelungen. So sollen sicherheitsbewusste Arbeitsvorgänge in Sicherheitslaboren begünstigt und Organisationen mit einem Hilfsmittel ausgestattet werden, das für interne Prüfungen und die Zertifizierung von Anlagen und Managementsystemen durch Dritte geeignet ist. Da der Standard auf einem traditionellen Ansatz für Managementsysteme basiert, können Regulierungsbehörden, Geldgeber und die Gesellschaft sicher sein, dass angemessene Verfahren zum verantwortungsvollen Umgang mit Biorisiken im Einsatz sind. Die wichtigsten Biorisiken in Unternehmen* Weltweite Epidemien Mangelnde Kenntnisse und unzureichende Risikobewertung in den Unternehmen Kontakt der Arbeitnehmer mit medikamentenresistenten Mikroorganismen Zu wenig Informationen über biologische Risiken Verbreitung von Krankheiten durch mangelhafte Wartung von Klimaanlagen und Wassersystemen Biologische Gefahren bei der Abfallbehandlung Auswirkungen durch unbeabsichtigte Verbindungen von Bioaerosolen und Chemikalien Gefahren durch Endotoxine (Zerfallsprodukte von Bakterien) Schimmelpilze am Arbeitsplatz in Innenräumen Quelle: Umfrage der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (OSHA) bei europäischen Unternehmen 2007 DNV Direkt 01|09
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Web-Tipp Im Internet unter www.dnv.de finden Sie unter dem Stichwort "Biorisk"nützliche Links rund um das Thema Biorisiko. Biorisiko-Management mit DNV In den vergangenen sechs Jahren hat DNV für eine Reihe international anerkannter Institute und Unternehmen bereits Audits und Risikobewertungen für deren Biosicherheitsanlagen erstellt. Untersucht wurden dabei Labore mit den Biosicherheitsstufen 2 bis 4, darunter das schwedische Nationalinstitut für Infektionskrankheiten sowie Labore der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Europäischen Kommission und das in Indonesien führende, nationale Forschungslabor Eijkman Institute. Derzeit führt DNV im Bereich BiorisikoManagement für Labore folgenden Großprojekte durch: Standardentwicklung für das BiorisikoManagement im Labor Derzeit gibt es keinen internationalen Standard für die Arbeitsweise in ContainmentLaboren. Aus diesem Grund arbeitet DNV gemeinsam mit den europäischen und amerikanischen Seuchenbehörden und der WHO an der Entwicklung eines Standards. Risk-Assessment für Laborarbeiten In biologischen Containment-Laboren kann jeder Handgriff Risiken bergen. Aus diesem Grund sollten die Risiken beurteilt werden, damit Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten und der Umwelt ergriffen werden können. Momentan entwickelt DNV ein Hilfsmittel, das die Beschäftigten auf einfache und konstruktive Weise bei ihren Risk-Assessments unterstützen wird. Biosafety-Europe Biosafety-Europe ist eine koordinierte Aktion von 20 Partnern aus elf europäischen Ländern, die von der Europäischen Kommission finanziert wird. Das Ziel ist der Austausch über Verfahren im Biosicherheitsund Bioschutz-Management biologischer Sicherheitsanlagen und deren Vereinheitlichung auf europäischer Ebene. Das Interesse von Betreibern auf der ganzen Welt an einem solchen Standard ist groß. Das zeigte eine Tagung im vergangenen Jahr im indonesischen Jakarta, an der neben dem UN-Referat zur Umsetzung des BWÜ (Übereinkommen über das Verbot biologischer Waffen), DNV und dem in Indonesien führenden, nationalen Forschungslabor Eijkman Institute mehr als 70 Vertreter aus 17 Ländern teilnahmen. Auf der Tagung wurde der Bedarf der Länder in dieser Region deutlich, ihre Kompetenzen in Sachen Biorisiko-Management zu verbessern. Zudem wurde zu einer intensiveren Zusammenarbeit der Staaten aufgerufen. "Wir müssen unsere Bemühungen koordinieren und harmonisieren. Wenn wir das im Gedächtnis behalten, ist diese Tagung ein wichtiger Schritt nach vorn", sagte Richard Lennane, Leiter des UN-Referats. Es sei dringend geboten, sich dieser Herausforderung gemeinsam zu stellen. Biologische Risiken würden nicht nur von natürlich auftretenden Krankheiten ausgehen, auch Unfälle, fehlende Aufmerksamkeit oder fahrlässiges Handeln hätten ein Gefahrenpotenzial. Weltweit wächst die Angst, dass Terroristen todbringende Viren oder Bakterien aus Laboren entwenden und damit Städte und ganze Staaten bedrohen könnten. "Betrachtet man dieses Spektrum, wird deutlich, dass es vergebens ist, gegen diese Risiken individuell als isolierte Bedrohungen anzugehen", betonte Lennane. DNV-Experte McAdam ist sich sicher, dass die gefährdeten Labore die Biosicherheit und den Bioschutz verbessern können, wenn sie die Anforderungen des Laboratory Biorisk Management Standards erfüllen. "Der Standard soll sensibilisieren und das Bewusstsein schärfen. Internationale Standards können zudem für die Entwicklung nationaler Regelungen, Richtlinien und Maßgaben eine Rolle spielen", so McAdam. Seine Schlussfolgerung: "Wir müssen das Problem gemeinsam in Angriff nehmen, da es in den Regionen, die damit kämpfen, die Probleme möglicher globaler Belastungen in den Griff zu bekommen, einen wachsenden Bedarf an Unterstützung gibt und das wird künftig noch zunehmen." nn CWA 15793:2008 Das CEN Workshop Agreement (CWA) ist derzeit ein Arbeitspapier, das unter Mitwirkung von DNV erarbeitet wurde. Das Dokument wurde Ende 2008 veröffentlicht und hat eine "Lebensdauer" von drei Jahren. In dieser Zeit sollen möglichst viele Unternehmen und Organisationen den Umgang mit dem Standard erproben. Verläuft die Testphase erfolgreich, wird CWA zur Norm erhoben. CWA 15793:2008 soll für alle Einrichtungen gelten, die mit biologischem Material arbeiten. DNV Direkt 01|09
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DNV Praxis-Katokichi Neues Vertrauen in Tiefkühlkost Der japanische Tiefkühlkosthersteller Katokichi hat auf die Lebensmittelskandale reagiert, die Japan in letzter Zeit erschüttert haben. Im Unternehmen wird alles getan, um das Sicherheitsmanagement zu verbessern und das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Von Anders Øvreberg Eine Serie mysteriöser Vergiftungen sorgte vor gut 18 Monaten in Japan für Aufregung. Fast 1.000 Japaner erkrankten nach dem Genuss von Teigtaschen, die mit Pestiziden verunreinigt waren. Die Teigtaschen waren von einer chinesischen Firma hergestellt und von der japanischen JT Foods nach Japan eingeführt worden. Der Lebensmittelhersteller gehört zu Japan Tobacco, dem weltweit drittgrößten Hersteller von Tabakwaren. Dem Konzern angeschlossen ist auch eines der größten japanischen Unternehmen für tiefgefrorene Lebensmittel, Katokichi Co. Insgesamt musste die Firma 18 Produkte des chinesischen Produzenten zurückrufen. Nur wenige Monate später führte ein neuer Skandal um verdorbenen Reis in Japan dazu, dass die gesamte Lebensmittelbranche bei den Kunden verstärkt unter Beobachtung stand. Das Vertrauen der Kunden sank rapide. "Für das Unternehmen Katokichi führte das zu Umsatzeinbußen in Höhe von 85 Prozent", erklärte Kazuo Kobayashi, Executive Vice President der Katokichi Co. Ltd. Zwischen Kosten und Qualität Die Skandale zeigten, wie groß die Herausforderung ist, angemessen mit den Risiken der Lebensmittelherstellung umzugehen. Katokichi reagierte, indem die Qualität in jedem Teil der Lieferkette stärker unter die Lupe genommen wurde. Keine leichte Aufgabe. "Risiko ist ein dehnbarer Begriff", stellt Kazuo Kobayashi fest. Das Unternehmen müsse auf eine ausgewogene Bilanz zwischen Produktqualität und den Kosten der zur Verfügung stehenden Ausgangsprodukte achten. "Da wir nicht bereit sind, Zugeständnisse im Hinblick auf die Qualität unserer Produkte zu machen, sind die Kosten der Lebensmittel zwangsläufig gestiegen", erklärt Kobayashi. Was die Lage nicht einfacher macht. Denn der unerbittliche Wettbewerb lässt keinen Spielraum, die Preise zu erhöhen. Investitionen in Sicherheit Als Reaktion auf das Dilemma hat Katokichi den Kontakt zu DNV gesucht, um seine Produktionsstätten gemäß des für das Nahrungsmittel-Sicherheitsmanagement gültigen Standards ISO 22000 bewerten und zertifizieren zu lassen. "Die Zertifizierung ist ein deutlicher Fortschritt für Katokichi. Dennoch gewannen wir den Eindruck, dass diese Maßnahme noch nicht ausreicht, und haben daher weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen", sagt Kobayashi. So wurden bei der Qualitätskontrolle und -überwachung zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Ebenso investierte Katokichi in moderne technische Ausrüstung und teure Anlagen, um die Ausgangsprodukte der Nahrungsmittelherstellung auf Verunreinigungen zu untersuchen. Als Drittes entschloss sich das Unternehmen, einem externen Partner einen weitergehenden Einblick in den Zustand des Qualitätsmanagements zu erlauben. Die Wahl fiel auf DNV, die immer wieder als Partner für ein Second-Party-Audit (Audit eines Lieferanten durch den Kunden) beauftragt wird. Derzeit werden etwa 50 solcher Audits von Produktionsstätten und Zulieferunternehmen in Asien und Europa durchgeführt, die auf den Qualitätsmanagementstandards von Katokichi beruhen. Bis Ende 2009 wird DNV zudem 20 eigene Produktionsstätten von Katokichi entsprechend des ISO-22000-Standards zertifizieren. Die Trends in der Lebensmittelindustrie Lebensmittelskandale sind nicht auf Japan beschränkt. Milchpulver, das mit der Chemikalie Melamin verseucht war, versetzte in diesem Jahr Eltern rund um den Globus DNV Direkt 01|09 DNV Pro Food ist die DNV Networkingund Informationsplattform für Akteure im Bereich Lebensmittelsicherheit. Regelmäßige Veranstaltungsreihen wie Praxisworkshops zu aktuellen Themen bieten Gelegenheit, sich über die neuesten Trends zu informieren und sich mit Fachkollegen auszutauschen. Termine finden Sie hier: www.dnv.de/profood
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in Panik. Gammeliges Fleisch gehört in Deutschland schon fast zum Alltag. Dabei ist die Lebensmittelsicherheit für die Lebensmittelhersteller entscheidend, um am Markt bestehen zu können. Einfach wird das nicht. "Die Qualitätssicherung in allen Bereichen der Lebensmittelherstellung erfordert außergewöhnlich hohe Investitionen. Kleinere Unternehmen hingegen verfügen nicht über ausreichende Ressourcen, um diesem Trend folgen zu können, und werden sich in diesem hart umkämpften Markt wahrscheinlich nicht durchsetzen können", glaubt Kobayashi. Um die erforderliche Größe zu erreichen, hat Japan Tobacco Inc. seine Lebensmittelsparte umstrukturiert. Die Geschäftsbereiche Tiefkühlkost und medizinische Produkte wurden komplett in das Tochterunternehmen Katokichi ausgegliedert. Auch JT Foods kam unter das gemeinsame Dach. Für Kazuo Kobayashi liegt eine der größten Stärken des neuen Unternehmens DNV Direkt 01|09 nun im Bereich der Beschaffung. "Wir wickeln den Einkauf der Nahrungsmittelgrundstoffe ab, stellen daraus die verschiedensten Produkte her und sind auf dem Markt für unsere Produkte hervorragend positioniert. Zudem zeichnet sich JT Foods durch die Entwicklung neuer Lebensmittelprodukte aus, und nachdem JT Foods und Katokichi nun gemeinsam unter dem Markennamen Katokichi agieren, konnten wir feststellen, dass die beiden Produktlinien sich hervorragend ergänzen. Es bestehen keine Konflikte zwischen den beiden Angebotspaletten. Aufgrund dieser Synergien", so Kobayashi, "gehen wir davon aus, die Nummer eins unter den Herstellern von Tiefkühlkost in Japan zu werden." Auch wenn Japan wohl der wichtigste Markt für Katokichi bleiben wird, lotet das Unternehmen Möglichkeiten für eine Expansion aus. "Wir wollen in Zukunft auch Märkte in Übersee bedienen, wobei wir noch nicht wissen, in welchen Regionen eine solche Expansion am profitabelsten sein wird, sei es in Europa, in den Vereinigten Staaten oder in Asien", führt Kobayashi aus. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis Katokichi-Produkte in heimischen Tiefkühlregalen zu finden sein werden. nn Das Unternehmen: Das Tiefkühlkost-Unternehmen Katokichi Co. Ltd. ist seit Anfang des Jahres innerhalb des Konzern Japan Tobacco Inc. (JT) für das gesamte operative Food-Geschäft verantwortlich. Dazu gehören neben der Tiefkühlkost auch Süßwaren, Milchprodukte und Getränke. Weitere Geschäftsbereiche des Mischkonzerns sind unter anderem medizinische Produkte und Apparate, Industrie- und Agrarchemie, Zusatzstoffe und Immobilien.
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DNV Energiemanagement Kosten, Klima, Katastrophe? Klimawandel, hohe Energiekosten? Diese Themen werden die Unternehmen schnell wieder einholen. Grund genug, sich über ein systematisches Energiemanagement Gedanken zu machen. Von Dirk Vallbracht Seit dem Beginn der Banken- und Wirtschaftskrise scheint es, als ob sich alle anderen Probleme praktisch in Luft aufgelöst haben. Bei einem genaueren Blick wird Das leistet DNV DNV hat auf der Basis der EN 16001 ein Rating System für Energiemanagementsysteme entwickelt und unterstützt damit Unternehmen bei der Ist-Zustandsbestimmung und Weiterentwicklung ihrer Energiemanagementsysteme. Dieses Tool wird kontinuierlich auf der Basis der weltweiten Erfahrungen von DNV mit Energiemanagementsystemen weiterentwickelt. Kontakt: Dirk Vallbracht, dirk.vallbracht@dnv.com, Telefon +49 (0) 201 7296-300 www.dnv.de/fokus/klimaschutz klar: Die grundsätzlichen Herausforderungen und Fakten haben sich nicht geändert. Sobald der Nebel der Rezession sich wieder gelichtet hat, werden wir schnell feststellen, dass Öl und Gas sich nicht kurzfristig vermehrt haben und dass der Klimawandel akuter sein wird als je zuvor. Unternehmen egal ob sie in energieintensiven Branchen tätig sind oder nicht müssen darauf reagieren. Verbraucher und Politik fordern nachhaltig handelnde Unternehmen. Viele Firmen scheuen allerdings davor zurück, sich intensiv mit ihrer Energieeffizienz zu beschäftigten. Schuld daran ist der Irrglaube, dass weniger Energieverbrauch nur mit teuren Investitionen zu erzielen ist. Weiter brauchen Energieinvestments meist eine längere Zeit, um sich zu amortisieren, als es die oft kurzfristig orientierte Investitionspolitik der Unternehmen zulässt. Die Konsequenz ist, dass sinnvolle Investitionen verschoben werden oder unterbleiben. An guten Ratschlägen mangelt es nicht. Gerade mittlere und kleine Unternehmen fühlen sich schnell erschlagen von all den vielen Helfern, Unternehmen, Methoden, Agenturen, Netzwerken, Energieberatern und Energiekontraktoren, die bei der Reduzierung des Energieverbrauchs ihre Unterstützung anbieten. Die Anzahl an frei verfügbaren Informationen und Angeboten ist kaum zu überschauen. Schulungen, Trainings, lokale, regionale, Industrienetzwerke, Förderprogramme, rechtliche Anforderungen überall. Die ersten Schritte kann ein Unternehmen jedoch ganz einfach selber machen. Schon ein systematisches Energiemanagement kann helfen, wesentliche Einsparpotenziale zu erkennen, die keine oder nur geringe Investitionen erfordern. Schritt 1: Bilden Sie ein Energieteam! Suchen Sie in Ihrem Unternehmen nach Mitarbeitern, die sich aus eigenem Antrieb oder aufgrund ihrer Tätigkeit mit dem Thema Energieeffizienz beschäftigen. DNV Direkt 01|09
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Schritt 2: Benennen Sie einen Energiemanager! Das Team alleine kann und wird ohne ein Mandat, Ressourcen und Unterstützung durch die Geschäftsführung keine Veränderungen herbeiführen können. Daher sollten Sie gleichzeitig einen Energiemanager benennen. Schritt 3: Finden Sie ein herausforderndes, motivierendes, mutiges, unglaublich klingendes Ziel! Nachdem die organisatorischen Rahmenbedingungen geschaffen wurden, muss geklärt werden, welchen Weg das Unternehmen einschlagen soll. Im Idealfall sprudeln die Ideen und Projektvorschläge. Dabei besteht die Gefahr, dass an die Stelle der anfänglichen Euphorie schnell die Ernüchterung tritt, da die Richtung fehlt und erste Projekte nicht die erhofften Erfolge aufweisen oder einfach zu teuer erscheinen. Um gar nicht erst in diese Situation zu kommen, empfiehlt es sich, ein klares, herausforderndes Ziel zu setzen. Zudem sollte das Ziel SMART sein: spezifisch, mess- und erreichbar, anregend und zeitgebunden. Hier eine kleine Auswahl: In fünf Jahren möchten wir unseren spezifischen Energieverbrauch um 50 Prozent reduzieren. In zehn Jahren werden wir als Unternehmen unabhängig von externen Energielieferungen sein. Wir möchten innerhalb von fünf Jahren in unserer Branche das energieeffizienteste Unternehmen werden. Wir wollen in zehn Jahren keine klimaschädlichen Energien mehr einsetzen und um das zu erreichen, unseren spezifischen Energieverbrauch um 30 Prozent senken. Wir möchten ohne technisches Investment unseren spezifischen Energieverbrauch im nächsten Jahr um 10 Prozent reduzieren. Diese Ziele mögen ambitioniert sein, unmöglich sind sie nicht. Die Aufgabe eines Managers ist es, Prioritäten zu setzen und Mittel dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen für das Unternehmen bringen können. All diese Voraussetzungen sind für das Thema Energieeffizienz, wie für alle Fragen der Nachhaltigkeit, sicher gegeben. Außerdem reden wir von einem Horizont von fünf bis 15 Jahren. Das ist Zeit genug, um Lösungen zu finden. Schritt 4: Implementieren Sie ein Energiemanagementsystem in Anlehnung an die Anforderungen der EN 16001! Das Modell der EN 16001 bietet ein wirksames Werkzeug zur nachhaltigen Senkung des Energieverbrauchs im Unternehmen. Erfahrungen von Unternehmen haben ergeben, dass bereits im ersten Jahr signifikante Energieeinsparungen von fünf bis zehn Prozent erzielt werden können. nn Energiemanagement: Diese Standards gibt es Energiemanagementsysteme sind kein neues Thema. Bereits mit der ISO 14001 im Jahr 1996 haben Unternehmen die Systematik und Struktur dieses Standards genutzt, um Managementsysteme mit dem Fokus auf Energieeffizienz zu gestalten. In den folgenden Jahren entstanden verschiedene Standards zum Energiemangement, die sich alle stark an der Struktur der ISO 14001 orientieren. Seit Januar 2007 wird auf europäischer Ebene an einer Harmonisierung der Standards gearbeitet. Seit 10.09.2009 ist der neue Energiemanagementsystemstandard EN 16001:2009 offizielle europäische Norm. Auch er orientiert sich stark an der ISO 14001 und ergänzt die bekannte und vielfältig eingesetzte Struktur um relevante Inhalte für das Energiemanagement. Auch die globale Normung steht nicht still. Ein erster Arbeitsentwurf der kommenden ISO 50001 wurde Ende 2008 den Normengremien übermittelt. Die Struktur unterscheidet sich diesmal von der ISO 14001 und ist geprägt von den Anforderungen der amerikanischen Norm ANSI/ MSE 200:2005 und eines neuen Entwurfs dieser Norm aus dem Jahr 2007. Neben der unterschiedlichen Struktur sind zusätzliche Anforderungen im ersten Entwurf enthalten, die aber nicht im Widerspruch zu den Anforderungen der EN 16001 stehen, sondern diese sinnvoll ergänzen. Da man noch relativ früh im Normungsprozess ist, kann noch keine verbindliche Aussage zur Struktur und zum Inhalt des Standards gemacht werden. Eine Verabschiedung wird nicht vor 2010 erfolgen. DNV Direkt 01|09
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DNV Pandemieplanung Für den Notfall gerüstet Die Schweinegrippe könnte Europas Wirtschaft erheblich treffen, wenn die Krankheitswelle im Winter ihren Höhepunkt erreicht. Obwohl die Gefahr bekannt ist, haben noch immer viele deutsche Unternehmen keine Notfallpläne erarbeitet. Von Richard Heimann Die Grippewelle trifft die Wirtschaft in Deutschland unvorbereitet. Jedes zweite Unternehmen hat keinen Notfallplan für den Fall einer Pandemie in der Schublade. Das hat das Instituts für Management und Wirtschaftsforschung (IMWF) festgestellt. Die meisten Firmen verlassen sich darauf, dass die Behörden ausreichend Vorkehrungen treffen werden, um die Infektions22 welle unter Kontrolle zu bekommen. Jedes vierte Unternehmen ist zuversichtlich, dass bei einer Pandemie weniger als 30 Prozent seiner Beschäftigten erkranken werden. Eine trügerische Hoffnung. "Es ist zu erwarten, dass die Abwesenheitsquote vom Arbeitsplatz deutlich höher sein wird, als die reine Erkrankungsrate erwarten lässt", sagt Wilhelm Alms, Chef des Robert Koch Instituts (RKI). Viele Menschen würden aus Angst vor einer Ansteckung zu Hause bleiben, andere müssten erkrankte Familienmitglieder betreuen. Zudem dürfte es Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr geben, weil auch Busfahrer und Lokomotivführer ausfallen werden. Alms: "Ausbleibende Zulieferungen, Probleme mit der Logistik bis DNV Direkt 01|09
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Pandemie-Plan der WHO Inter-pandemische Phase: Neuer Virus bei Tieren, keine Fälle beim Menschen Phase 1: Geringes Risiko von Erkrankungen beim Menschen Phase 2: Höheres Risiko von Erkrankungen beim Menschen Pandemischer Alarm: Neuer Virus mit Erkrankungsfällen beim Menschen Phase 3: Keine oder nur sehr wenige Übertragungsfälle vom Menschen zum Menschen Phase 4: Hinweise auf steigende Übertragungsraten vom Menschen zum Menschen Phase 5: Hinweise auf signifikante Übertragung vom Menschen zum Menschen Pandemie Phase 6: Wirkungsvolle und fortwährende Übertragung vom Menschen zum Menschen Quelle: WHO Out of Office: Das Spiel zur Seuche Spiele zu einem Film oder zu einem Buch gab es schon viele. Jetzt gibt es das Spiel zur Seuche. Lange vor dem Ausbruch der Schweinegrippe, so versichert der amerikanische Verlag, sei das Brettspiel entstanden. Es geht darum, dass die Spieler gemeinsam verhindern, dass sich vier gefährliche Krankheiten pandemieartig auf dem Spielplan ausbreiten. Ohne eine koordinierte Zusammenarbeit können sie die benötigten Gegenmittel nicht entwickeln. Ein spannender Wettlauf gegen die Zeit. Pandemie von Matt Leacock, Aufgenommen in die Nominierungsliste zum Spiel des Jahres 2009, Pegasus, 2-4 Spieler ab 10 Jahren, ca. 35 Euro. Zu den wenigen Unternehmen, die weitreichende Notfallpläne entwickelt haben, zählt die K+S IT-Services GmbH, eine Tochter des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S. Sie hat als wichtiger IT-Dienstleister der K+S Gruppe nach Ausbruch der Vogelgrippe 2005 ein Konzept erarbeitet, um sicherzustellen, dass sämtliche Anlagen auch bei einem sehr hohen Krankheitsstand im Notbetrieb weiter gefahren werden können. "Mit dem Notfallhandbuch versuchen wir, auf plötzlich eintretende Gefährdungen unseres IT-Betriebes vorbereitet zu sein", erklärt Hans-Jürgen Brämer, bei K+S IT-Services zuständig für IQ und Compliance. Dazu gehören nicht nur Krankheiten, sondern auch Gefährdungen durch Stromausfall, Brand oder Sabotage. Der Notfallplan, der für den Fall einer Influenza-Pandemie erstellt wurde, orientiert sich dabei an den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegten Phasen (siehe Kasten). Für jede der WHO-Phasen wurden Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und betrieblichen Abläufe festgelegt. Um die Umsetzung sicherzustellen, wurde vorab ein Krisenstab bestimmt. Die namentlich genannten Mitglieder haben klare Aufgaben und sollen in einer Krisensituation die Maßnahmen koordinieren. Seit April steuert der Krisenstab den Notfallplan Influenza-Pandemie. Entlang der WHO-Phasen wurden Mitarbeiter informiert, Verhaltensregeln formuliert, Desinfektionsmittel, Atemschutzmasken und das Grippemittel Tamiflu beschafft und kritische Materialien auf Vorrat angeschafft. "Sollte eine Pandemie den Standort Kassel stark betreffen, können die Mitarbeiter auf andere, weniger betroffene Standorte ausweichen", erklärt Brämer. Mitarbeiter mit einem Heimarbeitsplatz würden in einem solchen Fall von zu Hause arbeiten. Um im Krisenfall handlungsfähig zu sein, bekamen die Mitarbeiter schon im Vorfeld ihren jeweiligen Ausweicharbeitsplatz zugeteilt. "Insgesamt hat sich die Notfallplanung bisher als angemessen und realitätsnah erwiesen", resümiert Brämer. Für ihn hat sich die Einführung des Business Continuity Management (BCM) bereits bewährt auch ohne eine akute Gefährdung. Für produzierende Betriebe rät das RKI zudem, möglichst viele Mitarbeiter so zu schulen, dass sie auch Aufgaben außerhalb ihres eigentlichen Tätigkeitsbereichs erfüllen können. Zudem müssten Notstromaggregate bereitstehen und genügend Mitarbeiter in deren Handhabung unterwiesen werden, damit Maschinen und sanitäre Anlagen bei einem Ausfall der Stromversorgung weiter gefahren werden können. Für den Produktionsablauf notwendige Materialien müssten am Lager vorhanden sein, damit der Betrieb auch bei einem Ausfall von Lieferanten weiterlaufen könne. Vor allem aber sollten Unternehmen eines tun die Pläne schnell aufstellen, rät Institutssprecher Dettweiler: "Die Vorbereitung sollte jetzt beginnen." nn hin zu Stromausfällen sind weitere denkbare Folgen." Noch gravierender schätzt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe die möglichen Folgen einer Pandemie ein: "Große Teile der Funktionen von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft könnten gelähmt werden", warnt das Amt in einer aktuellen Studie. Auch das RKI appelliert an die Unternehmen, Notfallpläne für schwere Infektionswellen vorzubereiten. "Betriebe und Unternehmen sollten sich dem Thema widmen, um während der Pandemie weitgehend funktionstüchtig zu bleiben", sagt RKISprecher Günther Dettweiler. Geeignete Ansprechpartner seien dabei die örtlichen Gesundheitsämter, das jeweils zuständige Amt für Arbeitsschutz und die oberste Landesgesundheitsbehörde. DNV Direkt 01|09 Web-Tipp Ein Beispiel von Maßnahmenplanungen im Influenza-Pandemiefall finden Sie im Internet unter: www.gesundheitsforum-bw.de/ servlet/PB/menu/1238234/index.html
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DNV Technik "Der Schrei" gilt als eines der berühmtesten Gemälde der Welt und wurde 1893 von Edvard Munch gemalt. Schrei nach Sicherheit Diamanten und Bargeld stehen bei Dieben längt nicht mehr an erster Stelle der Begierde. Sie interessieren sich heute mehr für Kunst im kriminellen Sinne. Von Alexander Heintze Es geschieht am helllichten Tag. An einem Sonntagmorgen. Zwei verkleidete Männer laufen durch die Tür der Museumscafeteria und bedrohen zwei Museumswachen mit Pistolen. Vor den Augen der rund 70 Museumsbesucher reißen sie zwei unersetzliche Kunstwerke von den Wänden. Innerhalb von Minuten ist der Spuk vorbei. Die Diebe entkommen in einem schwarzen Audi A6 und mit ihnen zwei der weltweit bekanntesten und wertvollsten Kunstschätze der Welt. Im August 2004 wurden die 24 zwei von Edvard Munch gemalten Kunstwerke "Der Schrei" und "Madonna" aus dem Munch-Museum in Oslo gestohlen. Kunstdiebstähle zählen laut Interpol nach Drogenhandel, Geldwäsche und Menschenhandel zu den lukrativsten kriminellen Aktivitäten. Der Diebstahl im Auftrag eines reichen Kunstsammlers, wie in zahllosen Kinofilmen dargestellt, ist ein Mythos. Die wahren Gründe sind weit profaner. Die Täter wollen mit dem "Artnapping" bekannter Werke Lösegelder erpressen oder weniger bekannte Kunst einfach auf Schwarz- und Kunstmärkten weiterverkaufen. Ein gutes Geschäft. Die Aufklärungsquote liegt bei gestohlenen Kunstwerken gerade einmal bei zehn Prozent. Derzeit verzeichnet das internationale Art Loss Register 180.000 vermisste Werke. Ein Trost: Je bekannter das Kunstwerk, desto größer ist die Chance, dass es wieder auftaucht. Denn für die ganz berühmten DNV Direkt 01|09
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Buch-Tipp Aktenzeichen Kunst: Die spektakulärsten Kunstdiebstähle der Welt. Nora und Stefan Koldehoff, DuMont Buchverlag, 14,90 Euro, ISBN 9783832174354. Link-Tipp www.munch.museum.no Werke fehlen die Abnehmer, wenn sie nicht auf Bestellung geklaut wurden. Viel gefährdeter sind kleine Kunstschätze wie Münzen und weniger bedeutende Kunst, die aus privaten Villen und Wohnungen verschwindet. Munchs "Der Schrei" war nicht das erste Mal Ziel von Dieben. Schon 1994 schafften es Kriminelle, eine andere Version des Bildes aus dem Nationalmuseum in Oslo zu stehlen. Grund genug für die Stadt Oslo als Eigentümer des Munch-Museums, DNV mit einer viel beachteten Sicherheitsanalyse zu betrauen. Im Fokus standen die wichtigsten Risiken für unbezahlbare Kunstwerke wie Feuer, Einbruch und Raub. "Dies war das erste Mal, dass DNV eine Sicherheitsanalyse eines Museums durchgeführt hat", sagt Monica Solem, Projektleiterin bei DNV. Für das erfahrene Team dennoch kein Problem. DNV verfügt über weitreichende Erfahrung im Risikomanagement und bei der Bewertung nach internationalen Standards. "In diesem Fall hat DNV Kompetenzen im Bereich Sicherheit und Erfahrungen aus der Verteidigungs-, Telekommunikations- und Schifffahrtsindustrie auf das Museum übertragen", erläutert Solem. Zeit ist Sicherheit In ganz Europa hat der Diebstahl der Meisterwerke eine Diskussion darüber entfacht, wie die Kunst zukünftig zu beschützen sei vor allem, wenn die Diebe immer skrupelloser vorgehen. Eine grundlegende Frage dieser Debatte ist: Wie kann Sicherheit gewährleistet werden, ohne dass die Besucher durch dickes Sicherheitsglas oder Gitter schauen müssen? DNV Direkt 01|09 Was DNV dem Munch-Museum konkret empfohlen hat, ist natürlich geheim. Nur ein paar Maßnahmen dürfen veröffentlicht werden. Dazu gehören die Installation eines verschließbaren Tores für die öffentlichen Besucher, das weit vor der eigentlichen Eingangstür liegt, die Errichtung eines ein "Labyrinths" in Form eines gewundenen Ganges vor dem Museum, Metalldetektoren, Schutzscheiben und eine stärkere Verankerung der Bilder an den Wänden. Das alles soll die Diebe Zeit kosten. "Die einzige Möglichkeit, bewaffnete Raubüberfälle zu verhindern, ist, die Diebe so lange aufzuhalten, bis die Polizei eingreifen kann", so Solem. Zur Zeit des Raubes mussten die Täter kaum Hindernisse überwinden. Außerdem wurde der Schutz gegen Raubüberfälle erhöht und es wurden zusätzliche Feuertüren zwischen den Ausstellungsräumen angebracht. "Wir glaubten immer, besser geschützt zu, sein, als die Ergebnisse der DNV-Analyse ergeben haben", gab Oslos Gemeindedirektorin der Kunstsammlungen, Lise Mjos, damals zu. "Der Bericht von DNV und der Kunstraub haben uns klar gezeigt, dass unser Eindruck von Sicherheit unvollständig war." Mitterweile hat das Museum die Sicherheit auf Grundlage der von DNV vorgeschlagenen Maßnahmen verbessert. Im Mai 2005 öffnete es wieder seine Tore nach neun Monaten intensiver Umbauarbeiten, die rund drei Millionen Euro kosteten. Die beiden Gemälde wurden im September 2006 wieder aufgefunden. Sie können mittlerweile zusammen mit den anderen 1.100 Munch-Kunstwerken wieder besichtigt werden in Oslos sichererem MunchMuseum. nn "Die Madonna" Munchs Kunstwerke Edvard Munch (18631944) zählt zu den berühmtesten Malern der Welt. "Der Schrei" gilt als eines der berühmtesten Gemälde der Welt und wurde 1893 von Edvard Munch gemalt. Es sollen über 50 Varianten davon existieren. "Die Madonna" schuf Edvard Munch in den Jahren 189394 ebenfalls in mehreren Ausführungen. Die gestohlenen Gemälde haben einen geschätzten Wert von 70 Millionen Euro. Das Munch-Museum öffnete im Jahre 1963, 100 Jahre nach Munchs Geburt. Es beherbergt 24.000 Kunstwerke von Edvard Munch, darunter 1.100 Gemälde und 15.500 grafische Blätter. Die Sammlung ist Schätzungen zufolge zwischen zwei und vier Milliarden Euro wert.
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DNV Feierabend Odysseus und das Risiko Mit dem Wort "Risiko" wollen wir heute in der Alltagssprache die Möglichkeit von Verlust, ob nun in wirtschaftlicher oder anderer Hinsicht, und die Wahrscheinlichkeit von Unfällen ausdrücken. Es ist zu einem weitverbreiteten Begriff geworden, und man benutzt es ungeachtet dessen, ob das fragliche Risiko messbar oder nicht messbar ist. Aber wo liegt der Ursprung dieses Begriffs? Als DNV 1997 den Slogan "Managing Risk" als Oberbegriff für all ihre Aktivitäten einführte, bot sich eine Suche nach den Ursprüngen dieses Wortes an. In einer internationalen Debatte über Risiko-Terminologien erläuterte ein Professor der Linguistik, dass der Ursprung des Begriffs bis in Homers Werke zurückverfolgt werden könne. Der Zwölfte Gesang von Homers Odyssee Der ursprüngliche Begriff wird im Zwölften Gesang von Homers Odyssee verwendet, der von den Sirenen, Skylla, Charybdis und den Rindern des Helios handelt. Odysseus versuchte, sich bei den Klippen von Skylla vor Charybdis zu retten; dort wurde sein Schiff in einem von Zeus heraufbeschworenen Sturm vernichtet. Der Begriff "Risiko" kann bis zum altgriechischen Rhiza zurückverfolgt werden, was "Wurzel", "Stein", "aus festem Land gehauen" bedeutet. Später wurde der Ausdruck im Lateinischen als Wort für "Klippe" verwendet: das lateinische und vulgärlateinische resicum, risicum, riscus. Klippe, cliff, récif sind die Wortursprünge des spanischen riesgo, des französischen risque und des italienischen risico, risco, rischio. Das deutsche "Risiko" ist aus eben diesen italienischen Worten entlehnt. Das Englische lieh den Begriff aus der spanischen Sprache, das Deutsche bediente sich beim Italienischen, und beides wurde von dem im 18. Jahrhundert entstandenen "risque" aus Frankreich unterstützt. Lexika stimmen darin überein, dass es sich dabei um eine Metapher für ein "zu vermeidendes Problem auf See" handelt. Diese lexikalischen Anleihen wurden gegen Ende des Mittelalters getätigt, als die Renaissance vor der Tür stand und die Menschen es endlich wagten, die Welt zu entdecken. Die Idee vom Risiko scheint im 16. und 17. Jahrhundert Fuß gefasst zu haben und wurde von westlichen Entdeckern geprägt, die sich auf Reisen um die ganze Welt begaben. In die englische Sprache gelangte der Begriff "risk" höchstwahrscheinlich über das Spanische und das Portugiesische, wo man ihn verwendete, um das Segeln in bisher unbekannte Gewässer zu umschreiben. Ab dem 16. Jahrhundert kam dem Begriff schließlich eine positive Nebenbedeutung zu. So war "Rysigo" im Mittelhochdeutschen ein Fachbegriff aus der Handelssprache, der "ein Wagnis eingehen", "ein Unternehmen gründen" und "auf wirtschaftlichen Erfolg aus sein" bedeutete. Wenn wir heute über die "New Risk Reality" sprechen, in der jede Abweichung von der optimalen Lösung oder dem optimalen Betriebsweg als ein Risiko oder erwartungsgemäßer Verlust gewertet wird, gebrauchen wir ein uraltes Wort, das sich an die komplexen Problemfelder der Moderne angepasst hat. nn Online-Info: http://de.wikipedia.org/wiki/Risiko DNV Direkt 01|09
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DNV Termine DNV Forum Sicherheitskultur Unternehmen sind im Bereich Sicherheit meist deshalb erfolgreich, weil sie erkannt haben, dass eine ausgeprägte Sicherheitskultur Voraussetzung für Spitzenleistungen ihrer Mitarbeiter ist. Beim DNV Forum Sicherheitskultur stellt DNV ihre einzigartige Sicherheitsphilosophie des Loss Control Management vor, verdeutlicht anhand von Praxisbeispielen, welchen positiven Einfluss eine gelebte Sicherheitskultur haben kann, und zeigt, mit welchen Methoden Unternehmen ihre Sicherheitsrisiken zukünftig noch besser im Griff haben. Datum: Ort: Kosten: Anmeldung: Messen & Veranstaltungen Fish International 21. - 23.02.2010, Messe Bremen www.fishinternational.com Food Safety Kongress Die Lebensmittel-Wertschöpfungskette von AZ sichern 17. - 18.03.2010, Berlin www.managementforum.com/forum/ 4. Dezember 2009, 10 bis 15.30 Uhr Köln 100 www.dnv.de/events oder telefonisch bei Dr. Rainer von Hagen unter +49 (0) 201 7296-417 Unternehmertag Lebensmittel Klimawandel - Zeitenwende 08. - 09.03.2010, Köln www.unternehmertag-lebensmittel.de DNV Forum Business Continuity Management Vor dem Hintergrund von latenten Bedrohungen der Geschäftstätigkeit z. B. durch technisches Versagen und neue Herausforderungen wie die aktuelle Pandemiegefahr, ist ein strukturiertes Business Continuity Management mehr denn je angezeigt. Unternehmen, die sich im Vorfeld mit potenziellen Bedrohungen und den entsprechenden Gegenmaßnahmen beschäftigen, schützen nicht nur Leib und Leben ihrer Mitarbeiter sondern bewahren die Geschäftstätigkeit auch vor hohen monetären Schäden, beispielsweise durch Produktionsausfälle. Datum: Ort: Kosten: Anmeldung: DNV Academy Die DNV Academy bietet in zahlreichen Fachgebieten professionelles Training für professionelles Arbeiten. Im Vordergrund stehen dabei immer die Erfahrungen und die Expertisen aus der täglichen Arbeit der Trainer, die selbst alle in ihrem Fachgebiet professionell tätig sind. Damit lassen sich die Kursinhalte sofort im eigenen Arbeitsumfeld anwenden. Auditierung von Normenanforderungen der ISO/TS 16949:2009 / ISO 9001:2008 18. - 19.02.2010, Essen Auffrischungskurs Umweltrecht 22.02.2010, Essen Grundlagenkurs OHSAS 04. - 05.03.2010, Essen Automotive Core Tools 15. - 16.03.2010, Essen ISO 14001; Umweltmanagement 16. - 17.03.2010, Essen Grundlagen des Qualitätsmanagement 17. - 19.03.2010, Essen Umweltrecht und Umweltaspekte / Umweltauswirkungen 13. - 15.04.2010, Essen Infos und Anmeldung unter: www.dnv.de/academy 22. März 2010, 9 bis 16.00 Uhr Köln 250 www.dnv.de/events oder telefonisch bei Mira Tyminski unter +49 (0) 201 7296 221 DNV Pro Food HACCP für Back- und Süßwarenhersteller DNV Pro Food ist die DNV Networking- und Informationsplattform für Akteure im Bereich Lebensmittelsicherheit. Regelmäßige Veranstaltungsreihen wie Praxisworkshops oder Informationsveranstaltungen zu aktuellen Themen bieten Ihnen Gelegenheit, sich über die neuesten Trends zu informieren und sich mit Fachkollegen auszutauschen. Datum: Ort: Kosten: Anmeldung: 8. Dezember 2009, 9.30 bis 16.00 Uhr Hamburg 195 www.dnv.de/events oder telefonisch bei Mira Tyminski unter +49 (0) 201 7296 221 DNV Direkt 01|09
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IMPRESSUM DNV Direkt Nr. 1 | 2009 Herausgeber: DNV Zertifizierung und Umweltgutachter GmbH, Schnieringshof 14, 45329 Essen Verantwortlich: Michael Niemeier, Anschrift s.o. Design: loxon design & media GmbH, Landwehrstraße 37 Rgb., 80336 München Michael Niemeier (DNV), Pressebüro Alexander Heintze, München, www.heitext.de Laudert GmbH + Co. KG, Vreden Shutterstock Redaktion: Druck: Cover Photo: © Copyright 2009 by DNV www.dnv.de